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Umgang mit Gefühlen bei Bindungstrauma

Bindungstrauma – Wie frühe Beziehungserfahrungen unseren Umgang mit Gefühlen prägen

Der Umgang mit unseren Gefühlen ist ausschlaggebend für unsere Zufriedenheit und unsere psychische Gesundheit – und gleichzeitig eine der ältesten und größten Herausforderungen unseres Lebens.

Wir werden in eine Welt geboren, die wir uns nicht aussuchen können, und sind von der ersten Sekunde an mit Herausforderungen konfrontiert, auf die wir keinen Einfluss haben. Während die Hilflosigkeit eines ungeborenen oder neugeborenen Babys natürlicherweise besonders groß ist, sind häufig auch dessen Bezugspersonen oder Eltern ihrer eigenen Hilflosigkeit ausgeliefert.

Oft haben sie selbst nie gelernt, ihren eigenen Gefühlen mitfühlend und liebevoll zu begegnen und diese zu regulieren. Entsprechend schwer kann es ihnen fallen, diese Fähigkeiten an ihre Kinder weiterzugeben.

Wie entstehen Beziehungstraumata und Bindungstraumata?

Wenn Kinder wiederholt erleben, dass ihre Gefühle nicht ausreichend wahrgenommen, verstanden oder liebevoll begleitet werden, können Unsicherheit und ein Gefühl der Bedrohung im Zusammenhang mit dem Spüren ihrer eigenen Gefühle entstehen.  Infolgedessen lernen sie möglicherweise, ihre Gefühle zu unterdrücken, und entwickeln stattdessen eine anhaltend hohe innere Anspannung sowie sogenannte „sekundäre Gefühle“, die unter anderem sehr intensiv sein und plötzlich auftreten können.

Solche frühen Beziehungserfahrungen können die emotionale Entwicklung und die Fähigkeit zur Selbstregulation langfristig beeinflussen. Sie können zur Entstehung eines  Bindungstraumas beitragen.

Emotionale Regulation – Gefühle verstehen und liebevoll begleiten

Die akzeptierende, mitfühlende und liebevolle Regulation von Gefühlen beginnt damit, wahrzunehmen und zu erforschen, welche Gefühle ausgelöst wurden und welche Erfahrungen oder Situationen dafür verantwortlich waren.

Wenn ein Verständnis für diese Gefühle und ihre Auslöser entstanden ist, können Mitgefühl gezeigt, Trost und Unterstützung angeboten und ähnliche Erfahrungen aus dem eigenen Erleben geteilt werden.

Im letzten Schritt brauchen Babys und Kinder Unterstützung dabei, ihre Aufmerksamkeit wieder auf andere Dinge richten zu können.

Wird einer dieser Schritte übersprungen oder vergessen, können auch die anderen Schritte ihre hilfreiche und nachhaltige Wirkung möglicherweise nicht vollständig entfalten.

Wie zeigt sich ein Beziehungstrauma im Erwachsenenalter?

Frühe und Bindungsverletzungen können sich bis ins Erwachsenenalter auf unser emotionales Erleben und unsere Beziehungen auswirken. Häufig zeigen sie sich durch Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen, Angst vor Nähe oder Verlassenwerden, starke und plötzlich auftretende Gefühle oder eine anhaltende innere Anspannung. Auch das Gefühl, nicht gut genug zu sein, sich ständig anpassen zu müssen oder die eigenen Bedürfnisse kaum wahrzunehmen, kann mit frühen Beziehungserfahrungen zusammenhängen. In der Psychotherapie können diese Muster besser verstanden und Schritt für Schritt verändert werden.

Bindungstrauma in der Psychotherapie bearbeiten

In einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung können bisher fehlende emotionale und zwischenmenschliche Erfahrungen nachgeholt und neue Fähigkeiten zur Regulation von Gefühlen entwickelt werden.

So kann Schritt für Schritt ein neuer, mitfühlender und liebevoller Umgang mit den eigenen Gefühlen entstehen. Die Psychotherapie kann dabei helfen, frühe Beziehungserfahrungen besser zu verstehen, alte Schutzmechanismen zu erkennen und mehr innere Sicherheit zu entwickeln.

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